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Ironman

 Am 29. August 2021 stand eines unserer absoluten Wettkampf-Highlights für uns an: Der Ironman 70.3 in Duisburg. Als wir vor fünf Monaten den Entschluss fassten, dieses Projekt anzugehen, war mir klar, dass mir das Schwimmen Probleme machen kann.

Doch am Sonntag, einen Tag vor dem Ironman in Duisburg, folgte der erste kleine Schock, denn ich startete im letzten Startblock für die bevorstehende Schwimmstrecke. Wir hatten wohl bei der Anmeldung die geplante Schwimmzeit falsch eingetragen. Deswegen mussten wir Rolling einplanen (alle 10 bis 30 Sekunden werden ein Athlet oder mehrere Athleten auf ihr Triathlon-Abenteuer geschickt). So startetet Sebastian nicht im geplanten 34 Minuten “Schwimmzeit-Block” sondern in dem Block mit einer geplanten Schwimmzeit von mehr als 47 Minuten und Ralf in einem Block von unglaublichen 36 min. So war Sebastian knapp davor, Nerven zu verlieren, da Sebastian der ständige Wechsel zwischen Brustschwimmen und Kraulen sehr viel Kraft kostete. Ralf konnte problemlos seine Strecke durchkraulen.

So schlossen wir das Kapitel Schwimmen in der Wechselzone gedanklich ab und freuten uns riesig endlich aufs Rad zu kommen. Nachdem wir in der Wechselzone unsere Neoprenanzüge schnell ausgezogen hatten und die Radsachen holten, ging es auch schon ab aufs Rad, um die wunderschön 90 Kilometer lange Radstrecke zu bewältigen. Bei den ersten Kilometern merkten wir bereits, dass wir noch ausreichend Kraft in den Beinen hatten und so konnte ich auf den ersten 20 Kilometern, auf der für den Ironman gesperrten Autobahn, so richtig Gas geben. Über den ersten Anstieg bei Kilometer 23 kam ich problemlos und fand einen super Tritt. Danach ging es circa bis Kilometer 60 flach dahin und wir konnten die traumhafte Radstrecke genießen. Viele Teilnehmer mit Rennrad, die wir im Flachen überholt hatten, radelten relativ einfach an uns vorbei. Die Versuchung mit ihnen mitzufahren war groß, aber ich versuchte trotzdem im Watt-Zielbereich zu bleiben, um nicht alle Kräfte zu verschleißen. Schließlich stand ja noch ein Halbmarathon bevor. Sebastian radelte weiter mit seiner persönlichen Rad-Bestzeit. Ralf aber hatte Pech mit seinem Triathlonrad, die elektrische Gang-Schaltung funktionierte nicht, sie war blockiert und leider musste er im gleichen Gang weiterfahren und kämpfte sich zur Wechselzone zum Laufen durch.

Am Anfang der knapp zweiründigen Laufstrecke kam ich wieder bei der Ironmile vorbei. Nach der ersten Runde tankten wir noch einmal Kraft und ich begab mich in die letzte Runde. Nur noch 10 Kilometer dachten wir, in meinem mittlerweile nicht mehr ganz so fitten Zustand. In der letzten Runde verschlechterte sich das Wetter, es regnete sehr stark und es wurde empfindlich kühler, was uns dazu veranlasste, an jeder Verpflegungsstation eine kurze Gehpause einzulegen und ausreichend zu trinken. Diese Taktik funktionierte super und so verging auch die letzte Runde recht schnell.

Beim Einlauf in die Ironmile überkamen uns dann die Emotionen. Unser erstes Ironman 70.3 Finish!

All der Schweiß und die harten Trainingseinheiten hatten sich gelohnt. Einfach ein unbeschreiblicher Moment.

Im Ziel angekommen gab es dann die wohlverdiente Finisher-Medaillie, das Finisher-T-Shirt und begleitet von einem „netten“ Kommentar eines Mitstreiters: „Es geht eh um nix, weil morgen müssen wir eh wieder alle arbeiten.“

 Fast ließ ich mir von diesem Spruch den Moment verderben, doch wir fanden, dass dem nicht so ist. Denn jeder, der solch einen Wettkampf bestreitet, kann wahnsinnig stolz auf sich und seine Leistung sein. Da es viel Ehrgeiz und Disziplin benötigt, um bei so einem Wettkampf an den Start zu gehen. Was bleibt ist die Erinnerung und diese kann einem keiner mehr nehmen.

 

Ironman 70.3 (Mitteldistanz)

1,9km swim / 90km bike / 21.1 run

 

Sebastian Schölzel = 5:42:23 h

Ralf Bernhard= 5:56:29 h