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Triathlon Highlight „neuseenMAN 2026“ in der Stadt aus Eisen Ferropolis vom 30.- 31. Mai 2026

Zum vierten Mal in Folge fuhr der Gehörlosen Sport- und Bürgerverein Halle (Saale) e.V. für ein wettkampfreiches Wochenende nach Ferropolis, unter anderem zu den Deutschen Triathlon-Meisterschaften: Sprint-Staffel am Samstag und Mitteldistanz am Sonntag. Die Tradition wurde fortgesetzt und als Highlight nahm Leon Brunnert an seinem ersten Triathlon teil – als Radfahrer mit den Nachwuchstriathlet*innen: Ella Kurzmann und Yannick Schroeter.

 

Am frühen Freitagnachmittag trafen sich Max Zellmer (mit Begleitung Robert) und Yohan Marcelino, um das große 4x6-Meter- Zelt zwischen den anderen Aussteller aufzubauen; es wurde zum zentralen Treffpunkt der Gehörlosengemeinschaft. Nach und nach trafen die Teilnehmer*innen ein, um ihre Startnummern und Willkommenstaschen abzuholen: rote Schwimmkäppchen, um sie von anderen Triathleten farblich zu unterscheiden.

 

Gegen 19 Uhr fand die Fahnenparade der deutschen Bundesländer statt. Wir marschierten mit der großen „Sign Union Flag“ bzw. der Fahne der Gehörlosen ein, um zu zeigen, dass auch gehörlose Triathleten dabei sind. Ein Gebärdensprachdolmetscher war anwesend. Der Moderator sagte sogar: „Musik aus, die brauchen sie jetzt nicht, nur die Hände hoch und winken!" um uns herzlich willkommen zu heißen. Der sonnige Tag klang mit der Vorbereitung der Collagen und den letzten Fahrradchecks gut aus. Max und Yohan übernachteten vor Ort und die anderen Teilnehmer*innen kehrten ins Hotel zurück.

 

Am Samstagmorgen versprach das Sprintdistanz-Staffelrennen mit 6 Teams (zwei Teams haben abgesagt) ein hartes Stück Arbeit zu werden. Der GSBV Halle schickte 3 Teams: das erste mit Ella Marie Kurzmann (Schwimmen), Leon Brunnert (Radfahren) und Yannick Schroeter (Laufen); das zweite mit Ralf Bernhardt, Jens Preißner und Yohan Marcelino und das dritte mit Sebastian Schölzel, Stephanie Beyer und Max Zellmer. Die anderen 3 Teams kamen vom GSV Bayreuth, vom GSV München und aus NRW.

 

Um 9:30 Uhr startete das Rennen, alle sprangen ins Wasser und Ella kam als Erste aus dem See und übergab den Transponder an Leon (Radfahrer), dann kurz darauf kam Ralf an, der ihn an Jens weitergab. Wenige Minuten später ist Sebastian aus dem Wasser und übergab Stephanie den Transponder. Die anderen drei Teilnehmer trafen Minuten später ein, der Kampf um die Podiumsplätze war eröffnet.

 

Leon kehrte in weniger als einer halben Stunde zurück, um an den letzten Staffelpartner, Yannick, zu übergeben, der die 5 km bis ins Ziel laufen sollte. Fünf Minuten später traf Jens ein, und Yohan holte sich seinen Transponder und versuchte, aufzuholen (Spoiler: vergeblich, obwohl es seine neue persönliche Bestzeit war). Kurz darauf kam Stephanie zurück und Max startete seinen Lauf. Die drei stärksten Läufer waren bereits auf der 5-km-Strecke, während die anderen drei Vereine noch in die Pedale traten. Der GSBV Halle hat einen ausgezeichneten Ruf.

 

Und nun überquerte Yannick als Erster die Ziellinie, gefolgt von Yohan mit Jens als Team und dann Max mit seinem gesamten Team. Das Rennen verlief hervorragend, die Sonne strahlte, während wir den spannenden Wettkampf zwischen den drei Teams desselben Vereins verfolgten.

 

Hier die detaillierten Ergebnisse:

 

1. GSBV HALLE I: Ella Kurzmann/Leon Brunnert/Yannick Schröter 1:02:37 (auch 1. Platz in der Mixed-Gesamtwertung)

2. GSBV HALLE II: Ralf Bernhardt/Jens Preißner/Yohan Marcelino 1:09:36 (1. Platz Herrenstaffel)

3. GSBV HALLE III: Sebastian Schölzel/Stephanie Beyer/Max Zellmer 1:13:08

4. GSV München 1:26:54

5. NRW Gehörlosen-Triathleten 1:31:22

6. GSV Bayreuth

 

Das Team des „neuseenMAN Ferropolis“ begrüßte die Tagessieger mit der wunderschönen palmenförmigen Trophäe und einem tollen Blick auf Ferropolis vom Podium aus. Der GSBV HALLE I wurde für den 1. Platz in der Mixed- Gesamtwertung geehrt, GSBV HALLE II für die Herrenstaffel. (Zur Info: GSBV HALLE III belegte ebenfalls den 2. Platz in der Herrenstaffel-Gesamtwertung. Da Stephanie jedoch im Team war und in der Mixed- Kategorie hätte starten sollen, wäre sie Sechste geworden.) Aus Fairness verzichteten sie auf die Trophäe und den 2. Platz.

 

Der DGSV Triathlon bereitete eine eigene Siegerehrung vor, nicht auf dem berühmten Podium, sondern unter dem großen Zelt. Die Goldmedaille ging an den GSBV HALLE I, Silber an den GSBV HALLE II und Bronze an den GSBV HALLE III. Sehr selten sehen wir ein Podium komplett mit ein und demselben Verein besetzt. Die Konkurrenz schläft nicht, denn einige von ihnen legten ihren Fokus und Priorität auf den nächsten Tag: die Mitteldistanz.

 

Der Nachmittag verlief entspannt, wir tauschten uns aus, entspannten, besichtigten Sehenswürdigkeiten und feuerten die Neulinge im Triathlon über die olympische Distanz an. Manche fuhren nach Hause, um sich auszuruhen und am nächsten Tag fit und in Bestform zu sein.

 

Sonntagmorgen um 7 Uhr waren alle 13 Teilnehmer im Zelt versammelt, bereit um Medaillen zu gewinnen. Es waren deutlich mehr Teilnehmer als Samstag - laut Protokoll waren 1.500 Triathleten bereit, die 1,9 km Schwimmen im See, die 90 km lange Radstrecke und den 21 km langen Lauf in Angriff zu nehmen. Um 10:05 Uhr startete die Deutsche Gehörlosen-Triathlon-Meisterschaft (Mitteldistanz) bei bewölktem Himmel.

 

Yannick Schroeter kam als Erster aus dem Wasser, gefolgt von Max Zellmer fünf Minuten später. Zehn Minuten später befanden sich Ralf Bernhardt und Sebastian Schölzel in der Wechselzone für die Radstrecke. Es folgten zwei 45 km lange Radrunden. Max wirkte selbstsicher und erreichte die Wechselzone als Erster, mit einem deutlichen Vorsprung von 30 Minuten auf Yannick und 45 Minuten auf Ralf und Sebastian. Der Lauf bestand aus drei 7 km langen Runden, wobei 5 km davon von Zuschauern gesäumt waren.

 

Die Sonne wechselte sich mit den Wolken und leichtem Regen ab-perfektes Wetter für alle.

 

Max lief problemlos, hielt sein Tempo und sprintete als Erster ins Ziel. Yannick kämpfte sich durch die 90 km lange Radstrecke und versuchte, sein Tempo laufend zu halten. Er lief allein auf den Erstplatzierten der Altersgruppe 19–29 Jahre zu. Ralf hatte einen schwierigen Start und lief zunächst mit Sebastian zusammen, verbesserte sich aber allmählich und setzte sich ab, um den Zweitplatzierten seiner Altersgruppe zu erreichen – zwischen den beiden Läufern des GSV Bremen. Sebastian hatte auf der Zielgeraden mehr zu kämpfen. Nachdem er eine Weile mit Ralf gelaufen ist, verliert er die Kraft und konzentriert sich nur noch darauf, das Ziel zu erreichen, egal wie schnell. Wie durch ein Wunder gelingt es ihm, die Bronzemedaille vor Max und Markus Odorfer vom GSC Nürnberg in der Altersgruppe AK30–44 zu sichern.

 

Die vier Triathleten des GSBV Halle belegten die Spitzenplätze in der Gehörlosen-Gesamtwertung. Die Siegerehrung fand auf dem Podium des „neuseenMAN Ferropolis“ für Männer und Frauen statt (ohne Altersklassen, anders als bei den Deutschen Gehörlosenmeisterschaften). Sie erhielten hochwertige Fahrradhelme als Preisgeschenk. Der DGSV Triathlon vergab trotz des Regens Medaillen an gehörlose Athleten in ihren jeweiligen Altersklassen und feuerte sogar die beiden letzten Triathleten im Rennen an.

 

DGSV Triathlon – Detaillierte Ergebnisse:

AK19–29:

1. Yannick GSBV Halle (5:29:54)

 

AK30–44:
1. Max Zellmer GSBV Halle (4:34:15)

2. Markus Odorfer GSC Nürnberg (4:50:17

3. Sebastian Schölzel GSBV Halle (5:57:39)

 

AK45–59:

1. Mathias Männel-Stärke GSV Bremen (5:28:28)

2. Ralf Bernhardt GSBV Halle (5:50:24)

3. Marcus Tausch GSV Bremen (5:58:32)

 

Der Tag endete mit starkem Regen. Wir gratulierten und verabschiedeten uns, voller Vorfreude, uns in zwei Wochen in Erding zur Deutschen Gehörlosen Meisterschaft (Sprintdistanz) wiederzusehen.

 

Vielen Dank an den DSGV Triathlon für die Organisation dieser Veranstaltung, an Max für die Bereitstellung des Platzes zwischen den Ausstellungsständen und des riesigen Zeltes sowie an Robert und Yohan für ihren Einsatz und ihre Hilfe, damit alles reibungslos verlief.

 

Y. Marcelino